Beschäftigung

Eine der auffälligsten Veränderungen im Kreditgewerbe ist die rückläufige Beschäftigtenzahl der Branche, die sich allerdings seit Jahren auf Konsolidierungskurs befindet - womit sich bereits ein Gutteil des Beschäftigungsrückgangs erklärt: Durch das Zusammenlegen von Funktionen etwa in Zentralen oder Abwicklungseinheiten verringert sich das Arbeitsvolumen, entsprechend werden weniger Mitarbeiter benötigt. Allein im privaten Bankgewerbe gab es im zurückliegenden Jahrzehnt drei Übernahme von Großbanken (2005: Hypovereinsbank durch Unicredit, 2009: Dresdner Bank durch die Commerzbank, 2009/2010: Deutsche Postbank durch die Deutsche Bank) und eine Reihe weiterer Fusionen und Übernahmen unter Regionalinstituten und Privatbankiers.

Ein weiterer wichtiger Grund für den Personalabbau ist die rasant fortschreitende Technisierung und Standardisierung: Vieles, was früher Sachbearbeiter erledigt haben, übernehmen heute Computer. Umgekehrt werden die Jobs im Bankgewerbe dadurch im Durchschnitt anspruchsvoller, Bankmitarbeiter müssen heute komplexere Zusammenhänge verstehen als noch vor einigen Jahren.

Hinzu kommen weitere Faktoren. So macht es das anhaltend niedrige Zinsniveau schwer, Anlageprodukte zu verkaufen; deshalb werden in vielen Geldhäusern inzwischen auch Beraterstellen abgebaut. Zusätzlich drückt die zunehmende Regulierung auf die Margen und damit auch unmittelbar auf den Arbeitsmarkt - in einer Branche, in der die Personalkosten mehr als 50 Prozent der Ausgaben ausmachen. Und schließlich schafft zwar der zunehmende Trend zum Online-Banking einerseits Jobs in diesem Bereich, zugleich gehen aber auch weniger Kunden in die Filiale.

Fazit: Die Banken werden auf absehbare Zeit ihre Personalkapazitäten verringern und Jahr für Jahr moderat anpassen. Es ist davon auszugehen, dass dies - wie bislang - sozialverträglich geschehen wird, also ohne Kündigungen, sondern durch Ausnutzen der natürlichen Fluktuation und durch Möglichkeiten, dass ältere Mitarbeiter früher aus dem Erwerbsleben ausscheiden.

Zugleich ist die Arbeitslosigkeit unter Bankkaufleuten sehr gering. Anders ausgedrückt: Wer eine Bankausbildung absolviert, hat sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt, allen Umbrüchen zum Trotz. Nach der Jahrtausendwende erreichte die Arbeitslosenquote unter Bankfachleuten im Jahr 2004 ihren Höchststand von 3,1 Prozent, bis zum Jahr 2011 ist sie auf den bislang tiefsten Stand von 0,9 Prozent gesunken und liegt damit weit unter dem Durchschnitt der Gesamtwirtschaft, der im selben Jahr 8,6 Prozent erreichte. Die geringe Arbeitslosigkeit unter Bankern lässt sich als Hinweis auf die gute Qualität der Ausbildung werten, die zudem auch Beschäftigungsmöglichkeiten in branchennahen Berufen über das klassische Bankgeschäft hinaus eröffnet.

Grafik Beschäftigungsentwicklung
Grafik Arbeitslosigkeit Bankkaufleute
Grafik Beschäftigtenstruktur im privaten Bankgewerbe